Meine Arbeit hier im Projekt nimmt seinen Lauf und ich bekomme mehr und mehr motivierte Schüler (ich habe jetzt drei Gitarrenschüler und vier Englischschüler), was mich ungemein freut. Außerdem sind wir seit Freitag nur noch zwei Langzeitfreiwillige, da der andere Simon, der verlängert hat, im April zurückfliegt und die letzten Wochen Urlaub genommen hat. Somit gibt es jetzt nur noch einen Simon hier, das heißt die Kinder können uns nicht mehr veräppeln mit ihrem "Simon (einer von uns beiden dreht sich um)... neeeiin der andere". Es heißt aber auch, dass nun mehr Arbeit auf Benny und mich zukommt, da wir die Kurse von ihm übernehmen werden, sofern die Schüler noch Lust haben.
Neben meinen Kursen daddel ich mit manchen Kindern bisschen am Keyboard, lese mit Laura Bücher, helfe weiterhin bei Hausaufgaben, spiele Schach, UNO, Vier gewinnt oder Scrabbel und gehe jeden Freitag mit ca. 15 Kindern und einigen Freiwilligen auf den nahegelegenen Spielplatz. Ein paar von den Kindern hatten mal Keyboardunterricht und freuen sich immer, wenn sie mir ihre gelernten Stücke auswendig vorspielen können, dabei lerne ich auch das ein oder andere Lied.
Das Lesen mit Laura macht Vortschritte, als ich hier ankam konnte sie das Alphabet nicht und daher natürlich auch nicht lesen. Mittlerweile kann sie die meisten Buchstaben bennenen und das Wort als Ganzes erkennen. Das liegt daran, dass Margarita (eine Schweizerin, die hier für längere Zeit freiwillig gearbeitet hat), viel mit ihr gearbeitet hat und die darauffolgenden Freiwilligen ihre Struktur beibehalten haben (Hausaufgaben machen, lesen, basteln/malen, frei spielen). Ab und zu verwechselt sie noch einzelne Buchstaben (statt "c" sagt sie z.B. "n" etc.) aber man merkt, dass sie dazulernt und langsam auch Spaß daran hat.
Normalerweise spielt Benny immer Schach mit den Kindern, aber letztens hatte er gerade keine Zeit, da musste ich dann mal ran. Das dumme ist nur, dass fast alle Jungs mal Schachunterricht hatten und daher besser spielen als ich. Ich kenne zwar die Regeln, aber spiele ohne Strategie einfach drauflos und verliere dann natürlich, was die Kinder natürlich freut. Bei den anderen Spielen habe ich dann mehr Chancen, wobei sie z.B. UNO mit teilweise sehr merkwürdigen Regeln spielen.
Ja, also die Arbeit macht mir weiterhin Spaß und ich denke in Zukunft werde ich auch mehr ausgelastet sein, jetzt wo wir nur noch zu zweit sind.
Einen Tag vor dem Ausflug (siehe weiter unten) gab es noch eine Mezcal/Tequila Verköstigung: Pablo und Felix vom Casa Xitla haben 10 verschiedene Flaschen gekauft und uns die jeweiligen Unterschiede erklärt, während wir nach und nach alle Mescals/Tequila durchprobiert haben. Das ganze fand während des Abendessens statt, so dass man sich ab und zu etwas zur Stärkung gönnen konnte, außerdem gab es natürlich noch das ein oder andere Bierchen, was dazu führte, dass der Abend sehr lang und fröhlich wurde...
Da Mexiko Stadt ziiieeemlich groß ist, reichte die Zeit in den Pausen nicht, um mehr von der Stadt zu besichtigen, deshalb gab es einen Ausflugtag, den wir Freiwilligen planen mussten. Das Problem ist die Entfernung zu den ganzen Sehenswürdigkeiten, man brauchte zum Beispiel von unserer Jugendherberge ca. 1,5 Std. ins Zentrum. Letztendlich haben wir uns entschieden und haben erst das Frida Kahlo Haus (siehe Foto) angeguckt, sind dann weiter nach Xochimilco um dort ca. 1 Stunde auf einem Floss durch die Kanäle zu schippern, zu essen, zu quatschen und den Marriachis zuzuhören. Danach sind einige nach Hause (der Abend davor hatte es doch in sich) und andere (darunter auch ich) ins Zentrum zum Zócalo gefahren um dort erst mal super leckere Tacos zu essen und dann einzelne Sehenswürdigkeiten anzugucken. Danach gings dann wieder nach Hause, denn um 00:30 Uhr fuhr der letzte Metrobus und den wollten wir nicht verpassen, da wir sonst bis 05:00 Uhr hätten warten müssen. Einmal (an einem Samstag) haben wir das dann auch gemacht, da wir noch länger feiern wollten. Wir haben dann, nachdem im Zentrum die Clubs schon zwischen 2 und 3 Uhr zugemacht haben, lange auf dem Plaza Garibaldi in einer "Cantina" gesessen, etwas kleines gegessen, Bier getrunken, den Marriachis gelauscht, die es hier zu Hauf gab und darauf gewartet, dass wir mit dem ersten Metrobus wieder zurück fahren konnten. An diesem Abend habe ich noch Bekanntschaft mit den örtlichen Gesetzeshütern gemacht, Ben (ein anderer Freiwilliger, der genau wie Simon verlängert hat) und ich suchten verzweifelt nach einer Toilette, doch alle Bars und Clubs waren gerade am Schließen und ließen uns nicht mehr rein. Daher haben wir uns ein dunkles Eckchen ausgesucht und wildgepinkelt (pfui pfui), dummerweise fanden das zwei Polizisten nicht wirklich komisch, weswegen sie uns eigentich mit aufs Revier nehmen wollten. Ben (der ziemlich gut Spanisch spricht) und ein mexikanischer Kumpel von ihm haben dann mit den Polizisten geredet und ihnen gesagt, dass wir das ja nicht absichtlich gemacht hätten, sondern nur aus der Not heraus und das wir ja Touristen seien und keine Ahnung hätten. Außerdem würde das Mit-Aufs-Revier-Nehmen ja auch ziemlich viel Papierkram bedeuten. Schlussendlich haben Ben und ich jeweils 100 Pesos (6€) an die Polizisten gezahlt und durften von dannen ziehen. Tja, so funktioniert Korruption in Mexiko. Die Polizisten verdienen sehr wenig und solch eine "Festnahme" bedeutet viel Papierkram und relativ wenig Geld, also doch lieber inoffiziel ein paar Kröten einsacken und den Papierkram vergessen...
Am Freitag ging es dann wieder zurück nach Oaxaca, aber wir waren nicht allein zu Haus, denn zwei Freiwillige vom Seminar, die in Guadalajara wohnen, haben uns besucht.
Am Samstag haben Pierre, Marina und ich eine Tour durch vier Dörfer in der näheren Umgebung von Oaxaca gemacht. Erst ging es mit dem Taxi nach San Bartolo Coyotepec, wo allerlei Töpfe, Tassen, Vasen, Ketten etc. aus dem "Barro Negro" (schwarzer Ton) hergestellt werden (siehe Foto), dann mit einem Mototaxi nach Zaachila, eine schöne kleine Stadt, dann wieder mit einem Mototaxi nach Cuilapan de Guerrero, wo es ein schönes Ex-Kloster gibt und zum Schluss mit einem Colectivo nach San Antonio Arrazola, wo die "Alebrijes" (bunte Figuren aus Copal-Holz) hergstellt werden.
Hier haben
Am Sonntag sind die Beiden auf eigene Faust los und am Montag sind sie dann weitergereist.
So, ich mach mal hier Schluss, denn mir fällt gerade nichts mehr ein, was noch zu schreiben wäre, außer vielleicht der übliche Tipp bisschen weiter unten die Fotos anzugucken und die Bitte, eventuell einen klitzekleinen Kommentar zu hinterlassen ;)
Liebe Grüße an euch alle,
Simon
P.S.: Wir hatten hier gerade ein super mega hammer geiles Gewitter und ich habe ein paar Fotos gemacht (insgesamt waren es knapp 500 Bilder, davon haben 14 überlebt, hier sind drei davon):
man sieht, da kommt ordentlich was runter...
ja, die serienbildfunktion machts möglich... Volltreffer, ich freu mir gerade tausend Kekse :D :-) :D :-) :D
Fotos von den Kindern aus dem Projekt:
Laura hangelt sich mit Hilfe einer anderen (Tages-)Freiwilligen an einer waagerechten Sprossenleiter entlang
Laura hat viieeel Spaß am Schaukeln....
Patti reitet ganz damenhaft im Kreis...
... Lilli bevorzugt die eher indianische Variante
Hugo beim Schaukeln ("empujame" - schubs mich an)
Hugo und ich sind ganz oben auf einem Klettergerüst
Hugo und ich sind wieder heil runter gekommen...
Hugo hängt bisschen ab...
die Jungs reiten um die Wette...
Laura und ich
die Zwillinge spielen Schach gegen Benny
Fotos aus Mexiko Stadt:
VW Bulli als Sammeltaxen und ...
... VW Käfer als Taxen gab es hier in der Hauptstadt
Kennenlernrunde...
Volleyball spielen im Garten
eine von den vielen Sitzgelegenheiten in der Herberge
Das Frühstück war der Hammer, es gab super viel leckeres Obst, verschiedene Cornflakes u.v.m.
sonnen auf der Terrasse
Nein, ich bin nicht zu klein, die sind zu groß, wir sind ja schließlich in Mexiko!
Energizer zum Aufwachen
beim Dobble spielen
Diskussion
Abend der Tequila/Mezcal Verköstigung
während der Verköstigung
Francisco und ich
die U-Bahnen haben Gummireifen und sind deshalb bisschen leiser...
schicker Käfer
Xochilmilco, das sind die Flöße auf denen man sich in den Kanäle herum fahren lassen kann
auf dem Floß
eine Marriachi Band spielt drei Titel für uns (natürlich nicht für umsonst...)
dies, meine Damen und Herren, ist eine Ente ;)
Die mexikanische Flagge auf dem Zócalo
der Präsidentenpalast mit den ganzen Militärfahrzeugen...
die Kathedrale von Mexiko Stadt
Dörfertour mit Pierre und Marina:
Kirche in San Bartolo Coyotepec
Esel trägt schwere Lasten (auf dem Weg nach Zaachila)
Pierre, Marina und ich im Mototaxi
Pferdewagen in Zaachila
Markthalle in Zaachila, Fleischabteilung...
Straßenfeger in Zaachila
die Frau verkaufte Nüsse u.ä. vor dem Ex-Kloster von Cuilapan de Guerrero
cooler VW-Bulli in Cuilapan de Guerrero
Giraffe mit komisch gebogenen Hals (Alebrije in San Antonio Arrazola)
ein noch nicht ganz fertiger Vogel (Alebrije in San Antonio Arrazola)
mit der Machete wird aus einem Ast die Grundform herausgeschlagen...
... nach ca. 15 min. sieht das dann so aus (wird ein Leguan), danach wird min feineren Messern gearbeitet
ein Blaubär (Alebrije in San Antonio Arrazola)
Alebrije in San Antonio Arrazola
Ice Age lässte grüßen...
einige Schlangen, Leguane etc. schön drapiert auf Steinen
Alebrijes in San Antonio Arrazola
Hihi, ich freu mich einen Keks mit. Und das Entenbild ist auch unbeschreiblich :P Interessant! Oh mann, Halbzeit ist ziemlich abstrakt, oder?
AntwortenLöschenvoll krank wie die zeit vergangen ist, oder? ich hab auch schon fast halbzeit, dabei bleibe ich ja sogar 14 monate. voll der wahnsinn und was ich so gehoert habe, soll die naechste zeit noch schneller vergehen... ooohjeee
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