Dienstag, 9. August 2011

ich lass mal wieder etwas von mir lesen... ;-)

Hallo ihr alle!

Ich habe gerade bisschen Zeit und dachte mir, ich fang mal an einen neuen Bericht zuschreiben... Ist ja schon wieder ein bisschen her, das ich den letzten hier veröffentlicht habe.
Mittlerweile habe ich nur noch ca. 1 Monat hier im schönen Oaxaca (am 09.09. ist mein letzter Arbeitstag und am 13.09. fliege ich) und so langsam denkt man dann schon an Abschied, vorallem, weil Benjamin bereits am 29.07. nach Hause geflogen ist, da sein Studium am 01.08. begonnen hat. War ein komisch Gefühl nach fast einem Jahr zusammen wohnen, arbeiten, feiern und reisen aufeinmal "Auf Wiedersehen" sagen zu müssen. Ich bin auch schon fleißig dabei, Mitbringsel zu kaufen bzw. zu überlegen was man denn noch alles nach Deutschland mitnehmen sollte. Trotzdem mag ich noch gar nicht an diesen Tag denken. Noch habe ich ja einige Arbeitstage und dann Ende August noch eine Woche Urlaub, auf den ich mich schon sehr freue. Den Urlaub werde ich auf der Halbinsel "Yucatan" verbringen, um Maya-Ruinen und Karibikstrände zu besuchen.
(zum Foto: es ist entstanden kurz nachdem ich auf der Baustelle gearbeitet habe...)

So, das war erst einmal genug mit der Zukunft, kommen wir zur Vergangenheit:
Die Arbeit macht seit dem 11.07. wieder richtig Spaß, denn da hat der sogenannte "Trámite Escolar" (also so was wie Schulbesorgungen). Das bedeutet, das täglich bis zu 30 Kinder ins Centro kommen um ihre Briefe an ihre Paten und die Zeugnisse abzugeben, ihre Daten (Adresse, Telefon etc.) zu aktualieren, einen Nachweis darzulegen, dass sie weiter zur Schule gehen (wer nicht zur Schule/Universität geht, wird nicht unterstützt), ein aktuelles Foto machen zu lassen (das mache ich; es wird denn Paten zu geschickt, die oft stark veralterte Fotos haben) und um sich von der "Contadora" (Buchhalterin) Quittungen für Schuhe, Uniform und Schulmaterialien geben zu lassen (die Schulmaterialen bekommen sie von mir, in Form einem, je nach Schulgrad passenden, Paket). Manchmal mache ich dann auch noch die Arbeit von Tere, die an der Rezeption sitzt und feststellt, ob alle Dokumente (Briefe, Zeugnisse, Ausweis) vorhanden sind und die Briefe akzeptabel sind. Von dort aus geht es dann über verschiedene Stationen bis zur Übergabe der Schulmaterialien. Wenn Dokumente Fehlen (z.B. die zwei Kopien des Zeugnisses oder die Briefe) müssen sie entweder an einem anderen Tag wiederkommen, oder die Briefe schnell schreiben bzw. die Zeugnisse kopieren gehen. Andere Freiwillige (ich auch ab und zu) übersetzen dann die Briefe vom Spanischen ins Englische, wir haben es immer geschafft, alle Briefe an dem jeweiligen Tag zu übersetzten, was insofern gut ist, als dass wir bzw. die nachfolgenden Freiwilligen nicht noch monatelang Briefe übersetzten müssen.
Das ist also meine aktuelle Arbeit.
Vor einem Monat ist eine Freiwillige (Juan) aus den USA gekommen, die schon seit 8 Jahren einmal im Jahr für ein Monat mit den Kindern bastelt, näht, malt und spielt. Sie ist Lehrerin und hat sehr sehr viele tolle Ideen. Die meisten Sachen, die die Kinder herstellten, konnten sie mit nach Hause nehmen, aber in zwei Projekten wurden Dinge hergestellt, die sie mit in die USA nimmt und dort verkauft, die Kinder bekommen die Einnahmen. Diese beiden Projekt sind: Herstellen von kleinen Engeln aus einem Weinkorken, Stoff und anderen kleinen Teilen (siehe Foto) und das gestalten von Postkarten. Es wurde eine Strichliste geführt, damit immer klar ist, welches Kind wieviele Engel bzw. Karten hergestellt hat.
Den Kindern macht es riesig Spaß und auch einige Eltern sind regelmäßig gekommen. Es wurden Stofftaschen bemalt, Lesezeichen gebastelt, Portemonnaies hergestellt, kleine Täschchen genäht, Schlüsselbretter gestaltet u.v.m. Nach zwei Wochen kamen dann zwei ihrer Neffen dazu und haben mit den Kindern Englisch-Lern-Spiele gespielt, bei denen immer irgendetwas gewonnen werden konnte. Neben diesen ganzen Spielen, Bastelarbeiten etc. hat sie auch noch für die Mädchen Kleider bzw. Röcke (in verschiedenen Größen) mitgebracht, die sie selber genäht hat. Am vergangenen Dienstag war dann der letzte Tag, was recht schade war, denn es sind immer viele viele Kinder gekommen obwohl Ferien sind, jetzt kommen nur noch einige wenige.
Ach ja, auf der Baustelle geht es gut voran ich werde unten einige Fotos zeigen, die die Entwicklung demonstrieren.

In meinem Leben hier gibt es nicht nur die Arbeit sondern auch viele andere Dinge von denen ich im Folgenden berichten werde:Erst einmal muss ich sagen, dass ich einige nette Leute kennengelernt habe mit denen ich mittlerweile viel unternehme. Wir treffen uns meist abends/nachts und gehen in eine Bar, z.B. "La Nueva Babel" in der jeden Dienstag "Gedichtsnacht" ist, das heißt es werden von vielen verschiedenen Leuten Gedichte vorgetragen und zwischendurch gibt es gute Live-Musik. In dieser Bar hat eine Freundin "Nina" (aus Deutschland) seit dem 21.07. ihre Kunstausstellung (unten ein paar Fotos und hier auch, rechts am Rand kann man auf ein Bild klicken und es öffnet sich eine Fotoshow), denn sie studiert in der Schule von Armando (er hat auch einen Blog), der auch zu den neuen Freunden gehört. An anderen Nächten gucken wir zusammen einen Film, sitzen im Studio bzw. Innenhof von Armando (siehe Foto links) und quatschen oder/und gehen in eine andere Bar um dort bei einem Bierchen zu quatschen und zu tanzen :-) Zu diesen "neuen Freunden" gehört auch Claudia, sie kommt aus der Hauptstadt und hat längere Zeit im Centro de Esperanza gearbeitet, mittlerweile arbeitet sie wo anders und ist seit knapp 2 Monaten meine Freundin. Da sie täglich (außer Dienstag) bis 20 oder 21 Uhr arbeitet, treffen wir uns abends meist zusammen mit Armando, Nina und anderen Freunden. Wir sind beide noch nicht so ganz sicher, was passiert, wenn ich zurück nach Deutschland fliege und wollen eigentlich auch noch gar nicht daran denken...

Vom 23.07.-01.08.2011 war hier viel los in Oaxaca. Erstens fand die "Feria de Mezcal" statt, also ein Mezcal-Flohmarkt, auf dem man verschiedene Mezcals probieren und dann auch kaufen kann. Zusätzlich gab es dort auch immer live Musik. Zweitens fand die "Gualeguetza"(hier ein paar Eindrücke bei google), eins der größten Events von Oaxaca, bei dem im "Auditorio de Guelaguetza" ca. vier Stunden lang die verschiedenen Gebiete (also bestimmte Dörfer, Regionen) Oaxacas in traditionellen Gewändern traditionelle Tänze/Rituale aufführen, statt. Neben diesem Hauptevent in dem "Auditorio" gab es auch auf verschiedenen Plätzen in und um Oaxaca de Juárez einige Aufführungen verschiedener Tänze oder Rituale. Das Hauptevent findet an zwei Montage (25.07. und 01.08.) jeweils einmal morgens und abends statt. Ich war mit Benny, Gabo und einer anderen Freundin am 25.07. abends dort. Es war ein echt schönes Event! Wir hatten ziemlich Glück, das Gabo und gratis Eintrittskarten vesorgt hat (bzw. sein Vater, der ziemlich gute Beziehungen hat), denn sonst hätten wir wahrscheinlich nicht so gute Plätze bekommen. Die Veranstaltung an sich war schön, teilweise waren einige Rituale/Tänze recht langatmig aber vorallem zum Schluss kamen noch einmal richtig gute Tänze.
In der Zeit dieser beiden Veranstaltungen war hier in Oaxaca richtig viel los, es gab Essensstände an jeder Ecke, Feuerwerke, Konzerte und vieles mehr.
Am 31.07. habe ich nach 6 Monaten mal wieder eine Fahrradtour gemacht. Nach 6 Monaten?? Ja, und es war keine sooo schlaue Idee von mir gleich so eine lange und anstrengende Tour zu machen. Die Tour an sich gefiehl mit nicht so gut, was auch daran lag, dass es leicht geregnet hat und wir durch Wolken gefahren sind, wodurch der Boden nass und rutschig war und mir die Nässe auch in die Kleider gekrochen ist. Das Schlimmste kam dann zum Schluss, da mussten wir dann 12 km nur Bergauf fahren, was mir ziemlich schwer gefallen ist. Als ich dann endlich zurück im Dorf war, habe ich erfahren, dass es leider keine Forellen gibt (ich hatte extra mehr bezahlt und frische Forelle essen zu können) also habe ich das Geld zurückbekommen und was anderes zu essen bekommen. Ich hatte dann auch mal Glück, da welche von dem Touristenbüro in meine Richtung gefahren sind und mich bis nach "Teotitlan del Valle" (das Weberdorf, in dem ich auch mit meinen Eltern war) mitgenommen haben. Dort war gerade "Feria de Tapetes" (also ein Teppich-Flohmarkt) der echt schön anzusehen war. Danach bin ich dann mit einem Collectivo zum "Cruzero Teotitlan" (zur Kreuzung, mit der Straße die auch bis Oaxaca führt) gefahren. Dort bin ich dann auf die "Fabrica de Mezcal" gestoßen, bei der ich schon einmal mit meinen Eltern war. Diese Mezcal-Fabrik war nicht auf der "Feria de Mezcal" vertreten, was mich gewundert hat, da ich deren Mezcal sehr sehr gut fand. Ich habe dann dort nach dem Grund gefragt und erfahren, dass auf der "Feria" nur kommerzielle und industriell hergestellte Mezcals angeboten werden. "Rey de Matatlán" (die Mezcal Fabrik) macht den Mezcal jedoch noch traditionell, es ist also ein "Mezcal artesanal" ("handwerklicher Mezcal") und hat daher nicht die Erlaubnis auf der "Feria" zu sein. Schade eigentlich, da diese Mezcals, meiner Meinung nach, wesentlich leckerer sind als die industriell hergestellten.

Ach ja, was ich auch noch erzählen wollte: Einige Freundinnen (Caro, Alma, Pavel...) arbeiten in einem Kinderheim, dass "Casa Hogar de Benito Juárez" heißt. In dem Heim wohnen ca. 80 Kinder, davon sind die meisten über die Ferien bei ihren Verwandten, aber einige wenige, die kein Geld dafür hatten, sind im Heim geblieben. Mit neun von diesen Kindern sind wir am Mittwoch den 20.07. ins Kino gegangen. Jeder von uns hat jeweils ein Kind eingeladen, inklusive Poppkorn und Cola. Es war ein suuper toller Abend und die Kinder haben sich sehr sehr gefreut. Es sind auch ein paar Fotos entstanden, die ich bei Gelegenheit noch hochladen werde (ich habe sie noch nicht bekommen...).

Tja, was gibts sonst noch zu berichten? Die Arbeit macht Spaß, in der Freizeit mache ich viel und mir gehts sehr gut!
Ich hoffe euch allen geht es auch gut!

Viele Grüße aus Oaxaca und bis bald,
Simon



Es folgen wie immer eeeiiinige Fotos:

Bastelarbeiten im CEI:


Stofftaschen werden bunt bemalt...

... mit verschiedensten Motiven.

Die Engel-Werkstadt (die Frau mit dem grünen Kleid, ist Juan)


außerdem wurden diese kleinen Boxen hergestellt (u.v.m.)


Die Baustelle:

 alle Grüste werden aus Holz gezimmert

 die Treppe ...

 
... nimmt ...

 ... Form...

... an.

 






 erst wurde eine Schicht ...

 ... von diesen roten Steinen verlegt, ...

 danach wurde Beton drüber gegossen.

 da entstehen die neuen Räume...

 Luis Angel hilft den Bauerbeitern

die Gerüste sind weg, so sieht der Innenhof schon gleich ein Stück größer aus

 der Computerraum ist zwar noch dachlos, aber sie sind fleißig dabei das zu ändern

 der Rundgang zu den neuen Räumlichkeiten ist so gut wie fertig, fehlen nur noch Kleinigkeiten (Geländer, Dach etc.)
 dort wird auch ein neuer Raum entstehen

 das Dach für den Rundgang ist schon fast erkennbar...

 neue Türen werden geschaffen

der Küche wurde das Dach gestohlen

es folgen drei aktuelle Fotos vom 09.08...

 
die Fotos sind entstanden, kurz bevor wir Sand rein und dann Schutt rausgeschleppt haben...


das wars dann nun auch mit der Baustelle!!

Innenhöfe (vom Armando und vom Centro de Esperanza):

 schöne Blume im Innenhof von Armando...



 Blick auf Innenhof und Blume

 Blumen im Innenhof vom CEI...





ein Limettenbaum steht dort auch.

Fahrradtour in der Umgebung von "Benito Juárez":

 Ein schicker, aber giftiger,...

 ... gelber Pilz.

 Super schöne Blume...

 ... in einer schönen Umgebung...

 ... mit ...

 ...  kleinen ...

... Wasserfällen.
 Blick aus dem Auto auf das Tal


Fotos von der Ausstellung im "Nueva Babel":

 Imagiluzión (= Imaginación + Ilusión) --> der Name der Ausstellung von Nina

 es folgen einie Fotos, Fotocollagen etc. von Nina...





häufig spielt im Babel eine Band und der Percussionist ist fast immer dabei

Meine Straße und Innenhof:

Sonnenaufgang in der "Calle de Quetzalcóatl"


 Blume im Innenhof 1

 ausruhen im Innenhof nach der schweren Arbeit auf der Baustelle


Blume im Innenhof 2


Blume im Innenhof 3


ein paar Fotos von der "Guelaguetza" (Rest wenn ich zurück bin oder bei Google...):

 "Baile de la piña" ...

... Tanz der Ananas

ich mit Hut und T-Shirt von der Guelaguetza (wurde uns dort geschenkt)