Montag, 7. Februar 2011

Urlaub mit meinen Eltern

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
vom 11.01.2011 bis zum 03.02.2011 waren meine Eltern bei mir zu Besuch und wir haben uns sehr viel gemeinsam angeguckt:
Angefangen haben wir, nach einem Tag Stadt-besichtigung, mit einer Fahrradtour organisiert von Pedro Martínez. Es ging als erstes mit dem Auto zum Arbol del Tule (siehe Foto), den wir uns dann erst einmal in Ruhe angeguckt haben. Danach gings dann ab aufs Fahrrad und ca. 15 km zum Dorf "Teotitlán del Valle", wo wir Einblick in eine der vielen Weberfamilien in diesem Dorf bekommen haben. Wir haben zugucken können, wie aus Schafswolle Garn gesponnen wird, wie dieser mit natürlichen Farbstoffen (z.B.: Moos [grün], bestimmte Parasiten auf Kakteen [kräftiges rot], Blüten etc.) gefärbt wird und letzendlich zu einem Teppich verarbeitet wird --> war sehr interessant! Nach dieser Pause ging es dann noch einmal ca. 12 km weiter, bis wir dann die Fahrräder wieder auf dem Auto befestigt und den restlichen Weg nach "Hierve el Agua" mit dem Auto zurückgelegt haben. Dort gab es dann erst einmal etwas zu essen und zwar in einem kleinen "Comedor" (Essensraum, eine Art Restaurant nur kleiner) wo das Essen super frisch zubereitet wurde. Gekocht wurde nicht auf einem Herd, sondern auf einer großen runden Metallplatte, die auf einem Feuer lag (siehe Foto). Das Essen war super lecker und danach sind wir dann gut erholt und gestärkt zu den versteinerten Wasserfällen gewandert und haben sie uns von allen möglichen Seiten angeguckt. Als wir genug gesehen hatten sind wir mit dem Auto zurück gefahren, auf dem Weg haben wir noch bei einer Mezcal-Fabrik angehalten und uns erklären lassen, wie dieser hergestellt wird. Anschließend ging es dann zurück nach Oaxaca de Juárez.
Das nächste Ziel war dann am nächsten Tag der "Monte Albán", zu dem wir mit unserem Mietwagen gefahren sind. Witzig für mich war der Unterschied zu meinem ersten Besuch hier, denn so sah es bei meinem ersten Besuch am 19.09.2010 aus, als ich mit Benny, Flor und Said dort war:

und so, als ich mit meinen Eltern am 14.01.2011 dort war:

Trotzdem waren die Ruinen und das große Gelände sehr beeindruckend.
Am nächsten Tag sind wir dann zu der Zapotekenstadt "Mitla" gefahren um uns die Ruinen und den Markt dort anzugucken. Auch diese Ruinen waren beim zweiten Besuch immer noch sehr beeindruckend.
Am darauffolgenden Tag ging es dann richtig los, wir haben uns auf den langen Weg in Richtung San Cristóbal de las Casas gemacht. Nach einer Nacht in Tuxtla Gutierrez (der Hauptstadt von Chiapas) sind wir dann auch dort angekommen und haben uns in dem schönen, gemütlichen, preiswerten und zentrumsnah gelegenen bed and breakfast Hotel "Le Gite del Sol" für zwei Nächte einquartiert. Von hier aus haben wir diese wunderschöne und lebendige Stadt erkundet, unter anderem die zwei Kirchen Iglesia de Guadalupe und Iglesia de San Cristóbal, von denen man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt hatte, da sie jeweils erhöht auf einem Berg lagen. Außerdem sind wir lange über den farbenfrohen Kunsthandwerksmarkt und durch die vielen Fußgängerzonen, wie die Real de Guadalupe, geschlendert und haben uns auf dem, in der Nacht schön beleuchteten, "Zócalo" (dem Hauptplatz) umgesehen. Sehr schön war auch die Musik, die von einer Band auf dem Pavillion in der Mitte des "Zócalo" (siehe Foto), den ganzen Platz erfüllt und den einen oder anderen, wie z.B. ein älteres Pärchen, zum Tanzen angeregt hat. Die zwei Tage und Nächte, die wir hier verbracht haben, gingen wie im Fluge vorbei und schon ging die Reise weiter in Richtung Palenque. Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch die beiden Wasserfälle Agua Azul (blaues Wasser) und Misol-Ha angeguckt. Wir waren fasziniert! Agua Azul ist ein gewaltiger stufenförmiger Wasserfall, der sich durch den Urwald schlängelt. Man konnte den Wasserfall ziemlich weit entlang laufen und von weiter oben hatte man einen wunderschönen Blick auf die türkisfarbenden Becken zwischen dem dunkel grünen Wald. Misol-Ha ist ein 35m hoher Wasserfall, der umgeben ist von üppiger tropischer Vegetation. Was mir hier am Besten gefallen hat, war die Möglichkeit, hinter dem Wasserfall entlang zu gehen und von hinten durch ihn hindurch zu gucken. Ich fühlte mich irgendwie in die Indianerfilme versetzt, denn bei denen haben Wasserfälle oft geheime Höhlen verborgen. Nach der Besichtigung dieser beiden schönen Wasserfälle haben wir den restlichen Weg nach Palenque zurückgelegt und uns ein Quartier für die Nacht gesucht. Geschlafen haben wir in einem ziemlich ranzigen Zimmer in einer dreistöckigen Hütte mitten im Urwald. Da wir uns dort nicht so richtig wohl fühlten, sind wir am nächsten morgen sehr zeitig aufgestanden und sind zu den Maya-Ruinen von Palenque gefahren. Der Anblick der sagenhaften Ruinen hat die etwas unschöne Nacht mehr als entschädigt. Das Gelände war riesig groß und die gigantischen Bauwerke waren sehr gut erhalten und wunderschön gelegen (siehe Foto). Die Bauwerke sind zwischen 600 - 900 n. Chr. entstanden und viele sind noch so gut erhalten, dass man auf den steilen Treppen nach oben steigen und die Aussicht genießen kann. Das größte Bauwerk, die Pyramide der Inschriften (auf dem Foto mitte links), kann man aber leider nicht mehr besteigen, da früher zu viele Menschen dort hoch gestiegen sind und dadurch irreparable Schäden entstanden sind. Nachdem wir gefühlte 1000 Stufen hoch und runter geklettert sind und uns alles angeguckt haben sind wir nach Bonampak gefahren. Hier haben wir uns auf einem etwas abseits gelegenen aber sehr schön gelegenem Grundstück (direkt an einem Fluss mit einem kleinen Wasserfall) ein Zimmer gemietet und haben erst einmal nach einem Einkaufsladen gesucht, aber sind nicht wirklich fündig geworden. Es gab weder Obst, Brot, Käse etc. noch Bier und die nächste größere Stadt war Palenque. Naja, stattdessen sind wir dann gleich los, um uns noch am selben Tag die Ruinen von Bonampak anzugucken. Dort konnten wir nicht mit dem Auto hinfahren, sondern mussten dieses ca. 9 km vor dem Eingang abstellen und uns mit einem Shuttlebus hinfahren lassen. Die Ruinenstadt von Bonampak ist nicht so groß wie Palenque, aber trotzdem sehr schön,vorallem die noch sehr gut erhaltenen bemalten Wände (siehe Foto) in drei verschiedenen Räumen. Diese Wände haben diesem Ort den Namen gegeben, denn "Bonampak" heißt in der Sprache der Maya soviel wie "bemalte Wände". Verwaltet wird Bonampak von der indigenen Gruppe der Lakandonen, ihre traditionelle Kleidung besteht aus einem einfachen weißen Leinenkleid.
Am nächsten Morgen sind wir dann zeitig aufgebrochen um uns die Ruinen von Yaxchilán anzugucken. Dazu mussten wir erst einmal in die Grenzstadt zu Guatemala "Frontera Corozal" fahren und von dort aus ging es in einem Langboot (Lancha) auf dem Usumacinta (Grenzfluss zu Guatemala) ca. 40 min. flussabwärts, da keine Straße nach Yaxchilán führt. Allein die Fahrt war schon ein Erlebnis für sich, denn der sehr breite Fluss floss direkt durch den dichten und grünen Urwald und wir haben ein Krokodil (evtl. ein Spitzkrokodil) am Ufer gesehen. Erst wunderten wir uns, warum unser Fahrer das Boot abbremst und Richtung Ufer steuert, doch dann sahen wir das Krokodil, das mit offenem Mund reglos am Ufer lag. Da es dort so reglos lag und wir uns nicht vorstellen konnten, dass der Fahrer das Tier auf solch eine Entfernung erkennen kann, dachten wir anfangs es sei nicht echt, doch plötzlich ist es blitzschnell ins Wasser geglitten und war verschwunden. Bald darauf waren wir dann an unserem Ziel angelangt und haben mit der Erkundung der Ruinen begonnen, die noch dichter im Urwald eingebettet lagen. Um zu den jeweiligen Ruinen zu kommen, musste man auf schmalen, teilweise steilen, Wege durch den Urwald gehen. Der Namen "Yaxchilán" bedeutet soviel wie "Ort der grünen Steine" und diesem Namen wird der Ort auch gerecht. (siehe Foto) Man kann auf diesem Foto auch einige Eingänge zu dem Gebäude sehen. Hier konnte man, wenn man wollte und eine Taschenlampe oder noch besser eine Kopflampe besaß (es war stockdunkel), auch durchlaufen. Wer jedoch Angst vor Spinnen und/oder Fledermäusen hat, sollte diesen Weg nicht wählen, denn diese sind dort sehr zahlreich vorhanden. Die Fledermäuse waren zwar relativ klein, doch die Spinnen (sogenannte Geißelspinnen) waren extrem groß und sahen ziemlich gruselig aus. Nachdem man dieses Labyrinth durchquert hatte kam man auf einen großen Platz, auf dem einige große Bäume standen und an dem mehrere Ruinen lagen. Wir sind dann eine sehr steile, lange und teilweise recht kaputte Treppe zu den höher liegenden Ruinen hochgestiegen. Dort haben wir dann in den Bäumen ein paar Brüllaffen (gehören zur Familie der Klammerschwanzaffen) beim Essen bzw. beim Ausruhen beobachten können, leider hatten sie gerade keine Lust zu brüllen :(
Yaxchilán war die letzte Maya-Ruine auf unserer Reise, anschließend ging es, mit einer Nacht Zwischenstopp in San Cristóbal, ab nach Zipolite (siehe Foto), wo wir neun wunderschöne Tage am Strand verbracht haben.
Wir haben aber nicht nur faul im Sand bzw. in der Hängematte gelegen, gelesen und ab und zu mal ein Wellenbad genommen, nein, wir haben auch vier Tagestouren gemacht. Die erste Tour die wir gemacht haben, war eine Bootstour, die in Puerto Angel begonnen hat und uns zu mehreren, etwas abgelegenen, Buchten führte, wo wir schnorcheln und von einem 3m hohen Fels ins Wasser springen konnten. Das Schnorcheln war einfach klasse, da man das Gefühl hatte, in einem riesigen Aquarium zu schwimmen, denn es wimmelte im Wasser nur von Fischen in allen erdenklichen Farben (manche blau mit weißen Punkten andere mit leuchtend blauen Punkten und wieder andere mit gelben Streifen), es war einfach wunderschön. Hätten wir etwas mehr Glück gehabt, hätten wir auf der Bootsfahrt auch Delfine und Wale sehen können, wir haben stattdessen eine riesige Schildkröte und viele aus dem Wasser springende Rochen (wahrscheinlich Teufelsrochen die auf Wanderung waren) gesehen.
An einem anderen Tag sind wir nach Mazunte gefahren, um uns in dem dortigen Schildkrötenzentrum die verschiedenen, in Mexiko vorkommenen, Schildkrötenarten anzugucken. Sie haben auch Aufzuchtsbecken für Baby-Schildkröten und eine "Krankenstation" wo verwundete Schildkröten versorgt werden. Anschließend sind wir zu einem Aussichtspunkt, ein Fels, der weit in den Pazifik ragt, mit dem Namen "Punta Cometa" gegangen. Hier haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen.
Die letzte gemeinsame Tour haben wir nach "La Ventanilla" gemacht, dort sind wir mit einem Boot in einer Lagune herumgefahren und konnten Krokodile, Schildkröten, Leguane und verschiedene Vogelarten beobachten. Zwischendurch sind wir auf einer paradiesischen Insel (alles voller Palmen, saftiges Gras etc.) an Land gegangen und haben uns ein Krokodilaufzuchtszentrum angeguckt. Hier werden viele kleine Krokodile aufgezogen und wenn sie groß genug sind in der Lagune freigelassen. Aber es gab auch ausgewachsene Krokodile (siehe Foto).
Am vorletzten Tag unseres Aufenthalts in Zipolite sind mein Vater und ich noch einmal schnorcheln gegangen, aber auf eigene Faust. Wir haben uns die Ausrüstung ausgeliehen und sind erst nach "Estacahuite" gefahren, doch dort waren Feuerquallen im Wasser, also sind wir nach "La Boquilla" gefahren. Hier konnten wir in Ruhe schnorcheln und uns zwischendurch von der Sonne wieder aufwärmen lassen.
Ja, am nächsten Tag haben wir dann auch schon unsere sieben Sachen gepackt und uns auf die lange und kurvige Fahrt (ca. 250 km --> ca. 6 Std.) nach Oaxaca de Juárez gemacht.
Am Donnerstag den 03.02. war es dann schon wieder vorbei, meine Eltern sind um 8:30 Uhr mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland geflogen...
War ein suuuuuper schöner Urlaub, an den ich mich immer wieder gerne zurückerinnern werde!!!!

Ganz liebe Güße an alle Leser!!
Simon


Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, wie es so an den Verschiedenen Orten aussah, hier sind wieder mal ein paar Fotos:

 hier sieht man die sogenannten "Agavenherzen", aus denen Mezcal (und auch Tequila) hergestellt wird

das wechselnd farbig beleuchtete Ratshaus von San Cristóbal de las Casas


Fotos vom Wasserfall "Agua Azul":

ein gewaltiger stufenförmiger Wasserfall...

... eingebettet im dichten Urwald...

... einfach nur wunderschön.

ja, die Flip-Flops gehören so ;)

der VW Käfer ist einfach überall anzutreffen...

Fotos vom Wasserfall "Misol-Ha":

35m hoch ist der Wasserfall und umgeben vom Urwald



 hier kann man von hinter dem Wasserfall durch den Schleier gucken...



Foto von den "Ruinen von Palenque":

in dieser Hütte (im 1. Stock) haben wir genächtigt


 ich liebe dieses Urwaldgrün!

Dieses Gebäude wird fast vom Urwald verschluckt...

 ein Pflanze hat es sich in einem Baum gemütlich gemacht...


 um zu diesem Teil von Palenque zu kommen, mussten wir eine steile und schmale Treppe hinunter steigen

 hat sich aber gelohnt finde ich, da es hier so richtig "urwaldig" aussieht...


links sieht man die Pyramide der Inschriften

Fotos von Bonampak:

schöne Aussicht von der einzigen Pyramide in Bonampak


 die bemalten Wände sind noch sehr gut erhalten

 ein Lakandone im traditionellen Gewand

Fotos von den "Ruinen von Yaxchilán":

 der breite Fluss Usumacinta...

 Krokodil am Ufer

 Geißelspinne im Labyrinth


eine Fledermaus hängt da so rum...

in dem Bauwerk ist das "Labyrinth" mit den Fledermäusen und Spinnen

Meine Mutter in einer der riesen Wurzeln...

diese Treppe sind wir hochgestiegen und ...

... dort waren die Brüllaffen...

... und haben gefuttert statt zu brüllen

dieses Bauwerk befand sich auch dort oben

Der Urwald am Rande des Usumacinta...



das sind die Langboote (Lanchas), mit denen man zu den Ruinen gebracht wird


Fotos von den neun Tagen am Strand von Zipolite:





auf die Plätze, fertig, schnorcheln...


japp, da bin ich auch runtergesprungen...


der war ungefährlich, denk ich mal...

Teufelsrochen springt aus dem Wasser

also ich finde hier sieht man, warum diese Tiere SchildKRÖTEN heißen


 ein bisschen hochnäsig...

 Babyschildkröte im Aufzuchtsbecken

 Punta Cometa




 schöne Aussicht...

ich mit Sonnenuntergangsbierchen :)




und schwupps ist die Sonne weg...

Vorsicht Krokodilgebiet!

In dieser Lagune haben wir ...

... Schildkröten,...

... Krokodile, Leguane und verschiedene Vögel gesehen

 die paradiesische Insel...

... mit dem Krokodilaufzuchtszentrum.

 da liegt der Leguan noch ruhig im Gras...

... hier läuft er schon ganz schnell weg

Baby-Krokodile und Schildkröten auf einem Haufen


1 Kommentar:

  1. Boah, ich will auch in den Urwald und ich will auch so viele Tiere sehen! Man muesste mehr Geld und Urlaub haben und euch alle in Mexico besuchen kommen... Achja, deine Flipflops sind ja sowieso der Hammer :)

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