Freitag, 5. November 2010

ein verlängertes Wochenende geht vorbei...

Also mir geht’s super. Ich habe gerade ein verlängertes Wochenende (4 Tage frei) hinter mir und habe viel erlebt. Das verlängerte Wochende kam dadurch zustande, dass hier am 01. und 02. November „Día de los muertos“ (Tag der Toten) gefeiert wird. Aus diesem Grund wurde sich ab Freitag bei jeder Gelegenheit verkleidet.
Am Samstag waren wir zu der Geburtstags-verkleidungsparty von Carolina (eine von den deutsch Studentinnen) eingeladen. Aus diesem Grund wurden wir so gegen 20 Uhr von ihrer Mutter abgeholt und zu deren Ferienhaus (eher ein Ferienanwesen --> Fußballplatz, Ferienhaus, Pool, riesen Rasenflächen mit schönen Bäumen und Büschen und eine Art Bar, wo gefeiert wurde) gefahren, das ca. 15 km außerhalb von Oaxaca liegt. Es war eine sehr coole Party, auf der ich viele nette und lustig verkleidete Leute kennengelernt habe, mit denen ich mich natürlich nur auf Spanisch unterhalten konnte (lief ganz gut). Ich habe mich recht lange mit dem Bruder von Caroline unterhalten, da der ähnliche Musik hört wie ich und mir sagen konnte, wann zum Beispiel die Band „Panteón Rócoco“ spielt. Leider spielen die meisten Bands nur in der Hauptstadt „Cuidad de México“ und die ist relativ weit weg. Auch die Eltern von Caro waren auf der Party (auch verkleidet) und waren sehr nett. Zwischendurch gabs denn etwas zu essen und zwar Suppe und Tostadas [getrocknete Tortillas, siehe googlebilder] mit Guacamole. Wir durften dann netter weise auch dort schlafen, Benny und Max haben in einem Zelt und ich ich habe auf einer kaputten Luftmatratze in meinem Schlafsack auf dem harten Steinboden geschlafen. Nach dem wir alle wieder einigermaßen wach waren, sind wir mit einigen Freunden von Caro in deren Auto nach Etla gefahren (ein etwas größeres Dorf in der Nähe von dem Dorf „San Gabriel“ in dem das Anwesen ist), witzig war, dass wir 8 Personen waren. Einer saß ganz normal auf dem Fahrersitz, zwei haben sich auf den Beifahrersitz gequetscht, 4 auf die Rückbank und Benny hat es sich im Kofferraum gemütlich gemacht. In Etla haben wir auf einem Markt erst einen leckeren und frischen Fruchtsaft getrunken, mit Bananen, Orangen und Erdbeeren und dann gefrühstückt, leider habe ich mal wieder vergessen, was genau wir gegessen haben :) Der Rückweg war dann auch wieder sehr bequem: Wir sind in einem Mototaxi (siehe Foto) gefahren, 3 auf der Rückbank und ich vorne mit auf dem Fahrersitz, ich musste mich festhalten um nicht rauszufallen. Diese Position hatte einen Vorteil, und zwar konnte ich gut Fotos während der Fahrt machen, da diese Dinger recht langsam fahren und ich ja halb draußen war... Zurück auf dem Anwesen haben wir dann im Pool geplanscht, Fußball gespielt und uns im Liegestuhl ausgeruht. Wir wurden dann von einem Bruder von Caro nach hause gefahren. Dort haben wir uns dann für das Fußballspiel bereit gemacht, welches wir mit 4:0 gewonnen haben. War ein super Spiel, die Feldspieler haben sehr gut zusammen nach vorne gespielt und auch hinten in der Abwehr relativ sicher gespielt und ich habe als Torwart meinen Teil zu dem Sieg beigetragen.
Montag sind dann Benjamin und Max in ihre neue Wohnung gezogen, ich werde dann am 04.11. auch in meine ziehen, bis dahin werde ich in unserer alten Wohnung wohnen. Benjamin, Max und ich werden aber weiterhin abends zusammen essen, Filme gucken und sonst auch vieles gemeinsam machen. Trotzdem freue ich mich alleine zu wohnen, da ich dann meine Musik hören und Gitarre spielen kann wann ich möchte. Bevor die beiden umgezogen sind, waren wir noch auf dem Zócalo, wo große Sandgemälde auf dem Boden zu bestaunen waren. Auf dem Weg dorthin gab es noch große und schön bemalte Totenköpfe zu sehen (siehe Foto), alles im Zeichen des „Día de los Muertos“.
Auf dem Rückweg habe ich mir noch ein T-Shirt gekauft, das ich schon länger im Blick hatte, da mir der Aufdruck gefiel. Das Wort "huitzitzilin" kommt aus dem Náhuatl und bedeutet Kolibri. (siehe Foto)
Montagabend sind wir dann auf einem Reggae Konzert gewesen. Ein Jamaicaner hat dort mit seinem Sound System aufgelegt und auch gesungen. Leider war die Qualität der Boxen und/oder die Einstellungen am Mischpult sehr schlecht und es hat stark gerauscht, vorallem wenn er gesungen hat. Außerdem konnte er leider nur sehr schlecht singen, er hat kaum einen Ton getroffen, schade! Naja, wir sind dann früh nach hause gegangen, um fit für den nächsten und letzten Tag des verlängerten Wochenendes zu sein. Denn Dienstag sind wir mit dem Bus nach Mitla gefahren. Mitla ist eine moderne Zapoteken Stadt in der man noch einige schöne und beeindruckende Ruinen besichtigen kann. Von dort, wo wir aus dem Bus ausgestiegen sind, musste man noch ca. 1,5 km zu den Ruinen laufen oder man konnte mit einem Mototaxi fahren, was wir glücklicherweise nicht gemacht haben. Auf dem Weg zu den Ruinen gab es nämlich viele schöne Läden und Märkte. Ich habe mir in einem Laden einen Pullover gekauft und zwar für 60 Pesos (ca. 3,5 €), in Hamburg habe ich einen ähnlichen Pulli gekauft (der grün-gelb-rot gestreifte, der wurde auch in Mexico hergestellt) und dort habe ich dafür 40 € (ca. 680 Pesos) bezahlt. Neben den Ruinen haben uns die vielen und teilweise sehr großen Kakteen sehr beeindruckt. Das Highlight waren jedoch zwei kleine Löcher, durch die man durch krabbeln konnte und dann hat man sich Innerhalb des jeweiligen Gebäudes befunden. Der Boden war naß, die Luft war feucht und es war sehr warm, man hat sich wie ein Abenteurer gefühlt, ich jedenfalls ;)
Also wie man sehen bzw. lesen kann, habe ich hier immer noch sehr viel Spaß, aber nicht nur an den Wochenenden (bei Feiern oder Ausflügen), sondern auch in der Woche bei der Arbeit. Ich habe letzte Woche die erste Gitarrenstunde gegeben, in Zukunft werde ich Alma jeden Mittwoch und Freitag Gitarrenunterricht geben. So langsam füllt sich mein Stundenplan (Di. und Do. jeweils eine Std. Englischunterricht, Mi. und Fr. Gitarre und Di. und Do. ab 16 Uhr Fußballtraining), die Briefe, die übersetzt werden müssen, werden zum Glück immer weniger (macht so langsam keinen Spaß mehr), man kennt die Kinder besser und weiß wo man helfen kann. Außerdem wird mein Spanisch so laaangsam sicherer und besser, man eignet sich neue Vokabeln an, man muss vorm sprechen nicht mehr lange überlegen, nach und nach wird man auch in den Zeiten sicherer und man versteht auch immer mehr.
Am Donnerstag den 04.11.10 bin ich nun wahrhaftig in meine erste eigene Wohnung gezogen und habe mich gleich gut eingerichtet. Die Wohnung ist klein, schön und hat alles was ich brauche (kleines Bad, kleines Schlafzimmer mit Wandschrank, kleine Küche, relativ großer Wohnbereich → siehe Fotos).
So nun ist genug mit der Schreiberei bzw. Leserei, hier sind einige Fotos:


 das ist Carolina, das Geburtstagskind
 diese Verkleidung (rechts) gefiel mir sehr gut, vorallem wegen der Klingeln am Hut ;)
 der hängt da anscheinend schon etwas länger...
 Benjamin ist blau, Max hat die silberne und ich die weiße Maske auf
 eine meiner Lieblingsverkleidungen: Der Hutmacher aus Alice im Wunderland
 jap, einen Billiardtisch gabs natürlich auch
 das sind die Eltern von Carolina
 Der Hutmacher und der gruselige Clown
 steht mir doch gut der Hut
 hier wurde gefeiert...
 das Zelt mitten auf der Tanzfläche
 ein Fußballplatz...
 sieht doch einfach nur schön aus, oder?
 ich am nächsten Morgen, nach der Party, auf diesem wunderschönen Grundstück
 das ist der Markt, auf dem wir gefrühstückt haben
 diese Blumen haben super gut gerochen und sahen auch noch schön aus
 ja, hier sitz ich mit auf dem Fahrersitz und fotografiere die Umgebung...
 dies ist eins von vielen Sandbildern...
 jetzt gehts los mit den Fotos von unserm Ausflug nach Mitla
 hmm warum waren meine Kakteen nie so groß?? :)

 ganz schön groß diese Kakteen...



 ja, das sind wir drei Abenteurer :)

 erst mussten wir durch dieses kleine Loch...
 ... dann diese Treppe hoch
 Auf dem Rückweg von den Ruinen zur Bushaltestelle haben wir uns noch eine Torta gegönnt
 mein Bett
 der Wohnbereich...
Das ist die kleine Kochecke...

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